Sie wollen HaLT umsetzen? - FAQs Drucken

1. Was sind die zentralen Bausteine von HaLT?

Im HaLT-Projekt werden ein reaktiver Baustein (Verhaltensprävention mit der Zielgruppe Jugendliche) und ein proaktiver Baustein (Verhältnisprävention und kommunal verankerte Präventionsansätze mit den Zielgruppen Erwachsene / Öffentlichkeit / Politik) miteinander verknüpft. Nur wenn diese beiden Bausteine in Kombination umgesetzt werden, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das HaLT-Projekt gegeben (vgl. wissenschaftliche Begleitung durch Prognos).
In den vergangenen Jahren sind in einigen Kommunen bereits umfassende Konzepte der Alkoholprävention entstanden. Möchten diese Kommunen HaLT umsetzen, ist es möglich, die bestehenden Konzepte als proaktiven Baustein (unter dem bekannten Namen) fortzuführen und durch einen neu zu schaffenden reaktiven HaLT-Baustein zu ergänzen.
Für das HaLT-Projekt hat Prognos im Rahmen der Begleitforschung weitere Standards herausgearbeitet, deren Einhaltung entscheidend für die Effektivität und Effizienz des Projektes ist. >> zu den HaLT-Standards

 

2. Warum ist es sinnvoll beide Bausteine umzusetzen bzw. die HaLT-Standards einzuhalten?

Die Evaluation der Arbeit in den 11 Modellprojekten durch Prognos ergab, dass die Standards Erfolgsfaktoren für das Projekt darstellen. Sie vermeiden Irrwege und Sackgassen und fördern sowohl die Effizienz als auch die Wirksamkeit der verschiedenen Präventionsmaßnahmen.
Quelle: Prognos/BMG, Infoletter Nr. 3, Seite 14-15 >> pdf zum download

 

3. Was müssen Sie zunächst klären?
  • Gibt es in Ihrer Region jemanden, der bei der Einführung von HaLT Impulsgeber und Motor sein kann?
  • Gibt es in Ihrem Bundesland eine Landeskoordination, die Sie unterstützen kann?
    Die Liste der HaLT-Landeskoordinatoren/innen finden Sie auf dieser Homepage unter HaLT-Projektstandorte. 
  • Gibt es bereits ein regionales Netzwerk in der Alkoholprävention bzw. kann in absehbarer Zeit eines aufgebaut werden?
  • Gibt es eine Klinik, die betroffene Jugendliche aufnimmt und die Interesse an einer Zusammenarbeit hat?

 

4. Warum HaLT für Gemeinden eine gute Sache ist?

  • Die Evaluation des Programms durch die Prognos AG stellt HaLT ein gutes Zeugnis aus: "HaLT ist effizient, effektiv und günstig".
  • HaLT erzielt eine große Reichweite, indem es Kooperationsnetzwerke nutzt und kommunale Akteure in die Präventionsarbeit einbindet. Dadurch werden Kinder und Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum frühzeitig erreicht.
  • HaLT nutzt vorhandene Strukturen und ist deshalb günstig. Netzwerkpartner übernehmen zahlreiche Aufgaben und einmal etablierte Kooperationen können mit niedrigem Aufwand nachhaltig weitergeführt werden.
  • Das niedrigschwellige reaktive Angebot ist attraktiv und spricht speziell Risikogruppen an ("Indizierte Prävention").
  • HaLT als proaktive Präventionsarbeit ist glaubwürdig. Der Verweis auf Kinder mit Alkoholvergiftungen macht deutlich, dass HaLT ein schwerwiegenden Problem angeht – und nicht vor Alkohol allgemein warnt. Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen beteiligen sich, so dass der Präventionseinrichtung nicht die Rolle eines isolierten Mahner zufällt.
  • HaLT ist öffentlichkeitswirksam, da Beispiele von alkoholvergifteten Kindern und Jugendlichen alarmieren.
    Quelle: Prognos/BMG, Infoletter Nr. 3 >> pdf zum download

 

5. Was ist ein HaLT-Zertifikat und wie erhält man es?

Ein HaLT-Zertifikat erhalten Sie bei einer Teilnahme an einem HaLT-Einführungs- oder einem HaLT-Vertiefungsseminar ("Das Brückengespräch") oder "Der Risiko-Check". Es erleichtert die Förderung durch die Krankenkassen nach dem Präventionsleitfaden (§ 20 Abs. 1 und 2 SGB V vom 21. Juni 2000 in der Fassung vom 10. Februar 2006) und ist Grundlage für eine Förderung über die Präventionsdatenbank der Betriebskrankenkassen. >> www.bkk-praeventionskurse.de
Die Termine zu HaLT-Schulungen entnehmen Sie den Ankündigungen in der Rubrik >> HaLT-Seminare auf dieser Homepage.

 

6. Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Die Finanzierungsgrundlagen der HaLT-Projekte sehen vor Ort sehr unterschiedlich aus. Ein Großteil der HaLT-Projekte hat von der Kommune oder dem Landkreis eine Zusage für die Übernahme fester Stellenprozente erhalten - zumindest für eine gewisse Projektlaufzeit. Teilweise hat auch eine Verschiebung der Arbeitsschwerpunkte bei den einzelnen Trägern stattgefunden. Da das HaLT-Konzept den Kriterien des Präventionsleitfadens entspricht, besteht die Möglichkeit, dass Krankenkassen HaLT-Maßnahmen fördern. Voraussetzung ist die Verknüpfung von individuellen Maßnahmen mit einer Präventionsstrategie auf kommunaler Ebene, wie es die von Prognos definierten Standards vorsehen. >> zu den HaLT-Standards

Eine Komplementärfinanzierung lässt sich auch über die Jugendhilfe erreichen, die in verschiedenen HaLT-Projekten die Kosten der Maßnahmen des reaktiven Bausteins übernimmt. Des weiteren lassen sich für das Projekt relativ problemlos Sponsoren und Spender/innen gewinnen.

 

7. Welche HaLT-Materialien stehen mir zu Verfügung?

Wer das HaLT-Projekt umsetzt, erhält kostenlos das HaLT-Handbuch / Trainermanual. Das HaLT-Handbuch steht auch als >> pdf zum download auf dieser Hompage zur Verfügung. Voraussetzung für den Bezug des HaLT-Starter-Pakets mit Plakaten, Schildern und Flyern ist eine Teilnahme an einer HaLT-Schulung. Für alle Materialien gilt: Solange der Vorrat reicht. Alle Materialien werden vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Förderung der Verbreitung von HaLT finanziert.

 

8. Wo erhalte ich Hintergrundinformationen zum Thema Binge-drinking?

  • Endbericht HaLT, BMG/Prognos 2008 (Ergebnisse aus der Befragung von Jugendlichen in der Klinik, Seite 56-81) >> pdf zum download