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Wie ist HaLT entstanden? Drucken


Von der regionalen Initiative zum Bundesmodellprojekt

Im Jahr 2002 wertete das Suchtpräventionszentrum Villa Schöpflin in Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Lörrach das Datenmaterial zu stationär behandelten Alkoholintoxikationen im Landkreis aus und dokumentierte eine beunruhigende Entwicklung: Die Zahl der 12 bis 17-Jährigen, die mit einer schweren Alkoholvergiftung behandelt werden mussten, war zwischen 1999 und 2002 von 16 auf 56 gestiegen, mehr als die Hälfte (30) der Eingelieferten im Jahr 2002 waren Mädchen (Kliniken Lörrach 2003). Aufmerksam geworden waren die Präventionsfachkräfte durch ein Zeitungsinterview mit dem damaligen Chefarzt der Klinik, Prof. Michael Stahl.

 


Fallzahlen Kinder und Jugendliche (12-17 Jahre) 1999-2002 mit Diagnose "Alkoholvergiftung" in der Kinderklinik Lörrach:

Fallzahlen Kinder und Jugendliche mit Diagnose Alkoholvergiftung

Die Villa Schöpflin entwickelte darauf gemeinsam mit einer Vielzahl regionaler Partner ein Konzept zur kommunalen Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen mit dem Namen Hart am LimiT – HaLT. Neben der Kinderklinik waren von Anfang an auch Ordnungsämter und die Narrengilde, Schülervertreter, die Präventionsbeauftragte an Schulen sowie die Polizei beteiligt. Aufgrund der bald auch überregional dokumentierten beunruhigenden Entwicklung bei den Fallzahlen schwerer Alkoholintoxikationen bei Unter-20-Jährigen erhielt die Villa Schöpflin vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) den Auftrag, das HaLT-Konzept von Juni 2003 bis Dezember 2004 als Pilotprojekt zu erproben. Die Basler Prognos AG wurde mit der externen Begleitforschung beauftragt.

Nach erfolgreicher Bewertung der Pilotphase schrieb das Ministerium HaLT als Bundesmodellprojekt aus, worauf zehn weitere Standorte in neun Bundesländern – gefördert durch das BMG und das jeweilige Bundesland - ihre Arbeit aufnahmen. Rahmenbedingungen und Schwerpunkte der Projektumsetzung wurden dabei bewusst weit gefasst, um Erkenntnisse für die Möglichkeiten der Adaption an die jeweiligen regionalen Besonderheiten zu gewinnen.

 

Umsetzung von HaLT "in die Fläche":

 Umsetzung von HaLT in die Fläche

2005 erhielt das HaLT-Projekt den mit 12.800 Euro dotierten Oskar-Kuhn-Preis, der für "herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Gesundheitskommunikation" vergeben wird.

Oskar-Kuhn-Preis 2005