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Alkoholismus ist ein weit gefasster Begriff für jeden Alkoholkonsum, der zu psychischen oder körperlichen Gesundheitsproblemen führt. Die Erkrankung wurde bisher in zwei Arten unterteilt: Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit. Im medizinischen Kontext gilt Alkoholismus (auch Alkoholabhängigkeit, Trunksucht, Alkoholsucht oder Alkoholkonsumstörung genannt) als gegeben, wenn zwei oder mehr der folgenden Bedingungen vorliegen:

Gefährliche Situationen können u.a. durch Alkohol am Steuer oder ungeschützter Sex entstehen.

Das medizinische Klassifikationssystem ICD-10 unterscheidet zwischen dem Abhängigkeitssyndrom (F10.2) und schädlichem Genuss von Alkohol (Alkoholmissbrauch (F10.1). Letzteres bezeichnet – als schwächere Variante – einen Alkoholkonsum mit nachweislich schädlicher Wirkung (körperlich oder psychisch), ohne dass eine Abhängigkeit vorliegen muss.

Auch wenn Alkohol nicht als harte Droge eingestuft wird, so gibt es auch hier ein Limit was den täglichen Konsum angeht. Viele Gewohnheitstrinker konsumieren nicht nur Wein oder Bier, sondern machen früher oder später auch nicht halt vor hochprozentigen Spirituosen.

Aufgrund der Wirkung des Ethanols (genauer: Ethylalkohol; C2-H5-OH) auf das Nervensystem, die Leber und andere Organe sind alkoholische Getränke gesundheitsschädlich (insbesondre mehr als 36 Gramm pro Tag).
Beispiel: 1 Liter Wein mit 10 Vol.% enthält 100 ml Alkohol (spezifisches Gewicht: 0,8). Daraus folgt das eine handelsübliche Flasche Wein (0,7 Liter) 0,7 x 0,1 (10%) x 0,8 = 0,56 Gramm Alkohol enthält. Bier enthält in etwa 5 Vol.% Alkohol, also die Hälfte von Wein.
Die Prävention des Alkoholkonsums bei Kindern & Jugendlichen wird durch das Jugendschutzgesetz gefordert. Hinzu kommen aufklärende Maßnahmen in Schulen, Vereinen, etc. um die Betroffenen als auch die Öffentlichkeit über die Gefahren des (übermäßigen) Konsum von Alkohol hinzuweisen.

Etymologie

Über das spanische „alcohol“ gelangte das arab. Wort „al-kuhl“ (= „feines Pulver“) ins Deutsche. Ursprünglich bezeichnete es Antimon(pulver), das man in der Kosmetik zum Schwärzen der Augenlider verwendete (Augenschminke).
Der Arzt und Alchimist Paracelsus verwendete das Wort im 16. Jahrhundert mit der Bedeutung „Feines, Subtiles“, später kam die Bedeutung „Essenz“ hinzu.

Physiologische Auswirkungen

Übermäßiger Alkoholkonsum kann alle Organe des Körpers betreffen, vor allem aber Gehirn, Herz, Leber, Bauchspeicheldrüse und Immunsystem.

Betroffene Organe

Die kritische Haltung der Medizin gegenüber alkoholhaltigen Getränken ist wohlbegründet, da der Missbrauch weit verbreitet und in seine negativen Folgen in keiner Praxis oder Klinik zu übersehen sind. Das Spektrum eindeutig alkoholbedingter oder -begünstigter Erkrankungen, von der häufigen klassischen „Leberzirrhose“, über Karzinome des Naso- und Oropharynx, des Tracheobronchial- und Gastrointestinal Traktes, bis zur Kardiomyopathie und (seltenen) Coronars-Spasmen reichend (Deev 1998, Yuan 1997, Oda 1994), sei hier nur angedeutet. Auch an die Gefahren einer alkoholtoxischen Embryopathie durch Alkoholaufnahme in der Schwangerschaft, sowie von Interaktionen zwischen Alkohol und Medikamenten, ist ebenso zu denken wie an die Tatsache, dass Alkohol kalorienreich ist.

Als Allgemeinwissen muss heute die Festlegung der „kritischen Alkoholdosis" gelten, also derjenigen Menge, bei deren Überschreitung in großen Kollektiven mit einer signifikanten Zunahme von alkoholbedingten Organschäden zu rechnen ist. Sie beträgt 40 g Alkohol pro Tag für Männer, und aufgrund des langsameren Metabolismus lediglich 20 g/Tag für Frauen. Hierbei ist zu bedenken, daß es sich um Durchschnittswerte handelt, und somit einzelne Individuen sowohl größere Mengen schadlos vertragen, andere jedoch auch bei geringeren Alkoholmengen mit Organstörungen und - Schädigungen reagieren können. Die genannten Alkoholmengen entsprechen beispielsweise ca. 0,4 bzw. 0,2 l Wein (10 - 12 Vol.%) oder ca. 0,7 bzw. 0,35 l Bier (5 - 6 Vol.%), und lediglich 0,05 bzw. 0,1 l hochprozentiger Spirituosen mit 40 Vol% Alkohol. Die Rate der Metabolisierung, messbar auch an der enzymatischen Aktivität (z.B. hepatische Alkoholdehydrogenase), nehmen bei regelmäßigem Alkoholgenuss zu.

Ebenso wie der organische Aspekt ist aus medizinischer Sicht der Einfluss des Alkohols auf Psyche und Nervensystem zu bedenken. Weniger die ohnehin offensichtliche Destruktion der Persönlichkeit bei chronischem Alkoholismus, sondern auch der geringe oder gemäßigte Alkoholgenuss zu ungeeigneten Zeitpunkten und Anlässen (Arbeit, Autofahrt, Maschinenbedienung, Problembewältigung) verdient unter diesem Aspekt eine nachdrückliche Warnung.

Die Sorge um verantwortungslosen Umgang mit alkoholischen Getränken ist so groß, dass viele Autoren sich nicht zur Empfehlung eines regelmäßigen, gemäßigten Konsums bewegen wollen (Jepson 1995, Kannel 1996, Klatsky 1997). Richtig ist, dass das Risiko/Nutzen - Verhältnis für verschiedene Individuen unterschiedlich ausfallen kann (Criqui 1994). Umgekehrt kann aber auch durch Information und Aufklärung eine breite Basis für einen sinnvollen, wohldosierten Alkoholkonsum geschaffen werden.

Alkohol & Medikamente

Nicht nur Alkohol kann im Straßenverkehr gefährlich werden. Aber auch etwa jedes fünfte Medikament kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Also Vorsicht! Doch wie kann man sich orientieren? Während beim Alkohol eine feste Promillegrenze besteht, gibt es bei Arzneimitteln keinerlei Richtwerte.

Das liegt unter anderem daran, dass Arzneistoffe nicht so leicht nachweisbar sind wie Alkohol. "In's Röhrchen pusten" wäre für Medikamente nicht möglich. Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Alkohol und Arzneimitteln: Auf Promille kann man verzichten - auf Medikamente vielfach nicht. Tabletten können die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen im Übrigen auch verbessern. Unbehandelte Patienten mit Bluthochdruck oder starken Kopfschmerzen beispielsweise können sich unbehandelt nur eingeschränkt konzentrieren und gefährden dadurch den Verkehr. Ein komplizierter Fall also. Und nicht nur verschreibungspflichtige Medikamente sind betroffen, auch der rezeptfreie Hustensaft aus der Apotheke kann gefährlich werden.

Fetales Alkoholsyndrom » (FAS)

Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS), auch Alkoholembryopathie (AE) genannt, bezeichnet eine Reihe vorgeburtlich entstandener Schädigungen eines Kindes durch den von der Mutter während der Schwangerschaft (im Übermass) getrunken Alkohols.

Das Fetale Alkoholsyndrom ist die häufigste nicht-genetische geistige Behinderung, welche aber zu 100% vermeidbar ist. Etwa 2200 Kinder werden jährlich allein in Deutschland mit entsprechenden Missbildungen geboren.

Die Zahl der Kinder, die ohne körperliche Fehlbildung, dafür aber mit geistige Defiziten und Verhaltensstörungen in Deutschland zur Welt kommen, wird offiziell auf 10-15.000 pro Jahr geschätzt!

Fetale Alkoholsyndrom (FAS/FAE) ist eine Schädigung des Kindes, die durch Alkoholgenuss der Mutter während der Schwangerschaft entstanden ist.

Kleinwuchs, Untergewicht, Kleinköpfigkeit, mangelhafte Muskelentwicklung, typische Gesichtveränderungen (schmale Lidspalten, kurzer Nasenrücken, Hautfalte am inneren Augenwinkel, schmales, mangelhaft ausgeformtes Lippenrot). Fast fehlendes Philitrum. Die Mittelrinne zwischen Nase und Oberlippe ist kaum ausgebildet.

Solche Denkweisen sind gefährlich! Denn auch das Gewohnheitstrinken oder gelegentliches "Zuvieltrinken" bei festlichen Anlässen kann bereits Schäden verursachen. Davon sind jährlich etwa 10.000 Kinder betroffen! (Löser 1999)

Kein Blutalkoholspiegel hat sich bisher wissenschaftlich als unbedenklich erwiesen. (Löser 1999) Das heißt, dass eine schwangere Frau völlig abstinent leben sollte!

Selbst Kinder mit einem leichten fetalen Alkoholsyndrom besuchen später häufig keine Regelschulen. 

Sie könnten z.B. unser Gesundheitsministerium anschreiben und fragen, warum es hier in Deutschland keine Warnung auf Flaschen gibt. Und dies, obwohl Deutschland an der Weltspitze des Alkoholkonsums liegt. "